Mittwoch, 13. Februar 2013

Neue Studie belegt: Ginkgo biloba schützt vor Altersdemenz

Wissenschaft News

von Dr. Marcus Mau


Forscher der Universität Bordeaux zeigten in der Januarausgabe von PLOS One, dass ein Extrakt des Ginkgo biloba die Entwicklung von Altersdemenz deutlich verlangsamen kann. Piracetam, ein gängiges Medikament bei Altersdemenz, beschleunigte den Prozess in dieser Studie mit rund 3600 Teilnehmern.
Altersdemenz ist vor dem Hintergrund einer weiter steigenden Lebenserwartung eine der großen Herausforderungen in der Medizin. Derzeit existiert noch kein Heilmittel gegen Demenz, weshalb alternative Strategien untersucht werden, um den geistigen Verfall zumindest verlangsamen zu können.  In ihrer aus öffentlichen Mitteln finanzierten Studie verfolgten Hélène Amieva und Kollegen über 20 Jahre den Gedächtnisverlust bei insgesamt 3612 Patienten im Alter von 65 Jahren. Für die Auswertung wurden drei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe mit 589 Teilnehmern nahm Ginkgo biloba-Extrakt (EGb761®; Tanakan®), die zweite  mit 149 Teilnehmern Piracetam, die dritte Gruppe mit 2874 Teilnehmern keines der beiden.

Gedächtnis schützen
Bei den Patienten, die Ginkgoextrakt einnahmen, verschlechterte sich die Gedächtnisleistung über 20 Jahre hinweg sehr viel langsamer als bei den anderen Gruppen. Überraschenderweise zeigten die Teilnehmer, die Piracetam als konventionelles Medikament gegen Altersdemenz einsetzten, sogar einen beschleunigten Gedächtnisverfall gegenüber der Ginkgo-Gruppe.
Merk- und Sprachfähigkeit länger erhalten
Die Studie untersuchte ebenfalls den Einfluss einer Behandlung auf den Redefluss sowie die Bildmerkfähigkeit der Probanden. Die Teilnehmer, die EGb761® einnahmen, verfügten über gleichermaßen guten Sprachfluss und Bildergedächtnis wie die Kontrollgruppe ohne Medikamente. Allerdings stellten die Forscher bei der Piracetam-Gruppe erneut eine rasche Verschlechterung der kognitiven Funktionen fest.

Quelle:
Amieva H, Meillon C, Helmer C, Barberger-Gateau P, Dartigues JF. 2013. Ginkgo biloba extract and long-term cognitive decline. A 20-year follow-up population-based study. PLOS One 8(1): e52755; doi: 10.1371/journal.pone.0052755.
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