Samstag, 29. März 2014

Die „Schokoladen-Diät“: Jetzt wird geschlemmt?

News:Medizin

Für Sie aufgespürt und zusammengefasst von Dr. Marcus Mau

Es gibt sie mittlerweile in endlos vielen Variationen, die Schokolade. Doch all den süßen Versuchungen ist eines gemeinsam: Sie machen uns glücklich, schmecken verboten gut und lassen uns langsam dicker werden. Oder etwa doch nicht? Wissenschaftler aus Spanien sagen jetzt, dass Schokolade sogar ganz im Gegenteil schlank macht. Aber warum?

Bisher war bekannt, dass Schokolade vor Gefäßerkrankungen und Schlaganfällen schützen kann. Die spanischen Forscher um Cuenca-Garcia untersuchten nun den Einfluss von Schokolade auf das Körpergewicht und den BMI (Body-Mass-Index) bei europäischen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Anders als erwartet, nahmen die Jugendlichen, die mehr Schokolade als ihre Altersgenossen aßen, sehr viel weniger Gewicht zu und auch ihr BMI war kleiner. Dieses Ergebnis überrascht, blieb aber auch dann erhalten, als die Forscher andere Faktoren hinzunahmen, die das Körpergewicht beeinflussen. Dazu gehörten beispielsweise Sport oder die alltäglichen Ernährungsgewohnheiten.

Pflanzliche Inhaltsstoffe des Kakaos als Schlankmacher?
Bestimmte Inhaltsstoffe des Kakaos könnten den Wissenschaftlern zufolge dafür verantwortlich sein, dass Menschen mit einem moderaten Schokoladenkonsum schlanker bleiben. Insbesondere die sogenannten Katechine gelten als wertvolle Bestandteile. Sie haben entzündungshemmende Wirkung und verhindern möglicherweise die Bildung von Blutgerinnseln. Damit sind sie wahrscheinlich einer der Spieler, der die Schokoladenesser vor Gefäßkrankheiten schützt. Zudem könnten die Katechine auf noch unbekanntem Weg Hormone wie das Insulin oder deren Signalwege beeinflussen und dadurch die Insulinsensibilität verändern. Insulin ist ein wichtiges Hormon des Zuckerhaushaltes des Körpers.

Die süße Versuchung als Diät-Konzept?
Wenn auch mittlerweile Gleiches für Erwachsene gilt, nämlich dass Schokolade schlank macht, so ist die „Schokoladen-Diät“ dennoch nicht empfehlenswert. Kleine Mengen des kakaobraunen Genussmittels wirken positiv auf die Blutgefäße, die Stimmung sowie das Gewicht des Menschen. Ebenso wirken auch größere Schokoladenmengen auf das Gewicht, doch kommt es dabei durch den Kalorienüberschuss zu einer unerwünschten Gewichtszunahme.

Das Fazit: Ein kleiner Schokoriegel zwischendurch hebt nicht nur die Stimmung, sondern kann möglicherweise sogar gesund sein; als Grundnahrungsmittel zum Abnehmen eignet sich Schokolade aber in keinem Fall, weder bei Jung noch Alt.
Quellen:

Cuenca-Garcia M et al. 2013. Association between chocolate consumption and fatness in European adolescents. Nutrition 30(2): 236-9; doi: 10.1016/j.nut.2013.07.011

Sonntag, 9. März 2014

Spurenelemente als Therapeutika bei Gelenkerkrankungen?

News: Forschung

Für Sie aufgespürt und zusammengefasst von Dr. Marcus Mau.

Knochen und Knorpel bilden das Gerüst unseres Körpers. Sie können sehr viel kollagene Fasern enthalten, bestehen jedoch zum größten Teil aus mineralischen Anteilen. Kalziumphosphat bildet den Hauptanteil der anorganischen Knochenmatrix. Daneben finden sich weitere Spurenelemente wie z. B. Selen, Mangan, Jod, Eisen, Kupfer und Zink. Doch wie wichtig sind diese Metalle und Mineralien für die Gelenkfunktion? Wie sieht die Verteilung der Spurenelemente bei Arthrose aus? Welche Spurenelemente helfen möglicherweise gegen die Entstehung einer Arthrose?

Die Knochen sind die bedeutendsten Mineralienspeicher des menschlichen Körpers. Der überwiegende Teil der Metalle und Ionen, die mit der Nahrung in den Körper gelangen, lagert sich in Knochen und Gelenkknorpel ab. Für einige der Metalle, z. B. Mangan oder auch Eisen, gibt es Unterschiede in den beiden Geschlechtern, was die Verteilung und Konzentrationen der Elemente im Knorpel angeht (Brodziak-Dopierała et al. 2013. The content of manganese and iron in hip joint tissue. J Trace Elem Med Biol 27(3),208-12; doi: 10.1016/j.jtemb.2012.12.005).

Spurenelemente und Metallionen finden sich in Knochen und Knorpel

Jedoch werden nicht nur die gewünschten Spurenelemente wie Selen, Mangan, Eisen oder Jod im Knochen gespeichert. Ebenso finden Schwermetalle aus der Umwelt, wie beispielsweise Cadmium, Quecksilber und Blei, Ihren Weg in den Knorpel und die Knochen. Sogar Personen mit Zahnfüllungen aus Amalgam tragen höhere Konzentrationen von Quecksilber und Kupfer in ihrer Knorpel- und Knochensubstanz. Bei Menschen, die wenigstens einmal im Monat Fisch und andere Meeresfrüchte aßen, fanden Wissenschaftler erhöhte Cadmiumwerte im Gelenkknorpel und in den Knochen (Lanocha et al. 2013. The effect of environmental factors on concentration of trace elements in hip joint bones of patients after hip replacement surgery. Annals of Agricultural and Environmental Medicine 20(3), 487–493).

Mangel an Spurenelementen lässt Knorpelzellen sterben

Wie wichtig Spurenelementen für die Knorpelzellen sind, entdeckten Wissenschaftler in einem Rattenmodell. Sobald Selen oder Jod fehlte, starben mehr Knorpelzellen durch den programmierten Zelltod (Apoptose) (Wang et al. 2009. Effects of selenium and/or iodine deficiency on chondrocyte apoptosis in rats. Zhongguo Yi Xue Ke Xue Yuan Xue Bao 31(5), 584-8).

Misst man den Gehalt von Metallen und Spurenelementen in Haaren, Blut und Urin von Rheumapatienten, finden sich weniger Kupfer, Eisen und Zink als in einer gesunden Kontrollgruppe (Afridi et al. 2012. Evaluation of status of zinc, copper, and iron levels in biological samples of normal and arthritis patients in age groups 46-60 and 61-75 years. Clin Lab 58(7-8), 705-17). Ob der Mangel an Spurenelementen das Rheuma verstärkt, oder die Entzündungen den Gehalt an Spurenelementen sinken lässt, ist bisher nicht geklärt.

Sind Spurenelementen sinnvolle Therapeutika?

Insbesondere Selen wirkt nachweislich antioxidativ und hemmt Entzündungen. Selen findet sich auch im Bewegungsapparat des Menschen. Im Knochen- und Knorpelgewebe von Arthrosepatienten könnte es auf natürlichem Wege Schmerzen und Beschwerden lindern. Doch die Studienlage hierzu ist derzeit noch völlig unzureichend.

Brasilianische Forscher führten erste Versuchsreihen mit Ratten und Mäusen durch. Die Gabe von Selen reduzierte die Entzündungen und Schwellungen in den kranken Gelenken der Tiere (Vieira et al. 2012. Treatment with Selemax®, a selenium-enriched yeast, ameliorates experimental arthritis in rats and mice. Br J Nutr 108(10), 1829-38; doi: 10.1017/S0007114512000013).
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