Donnerstag, 18. Dezember 2014

Ein Tripper steigert das Krebsrisiko

News: Medizin

Für Sie aufgespürt und zusammengefasst von Dr. Marcus Mau.
Das Prostatakarzinom ist die zweithäufigste Krebsart des Mannes und die sechsthäufigste Todesursache bei Männern weltweit. Obgleich diese Krebsart sehr intensiv erforscht wird, konnten bisher noch immer keine veränderbaren Risikofaktoren für die Entstehung des Prostatakarzinoms beschrieben werden. Eine neue Metaanalyse von 47 Studien zum Einfluss von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) auf die Entwicklung des Prostatakarzinoms brachte nun ein überraschendes Ergebnis.
Männer, die jemals in ihrem Leben an einer Geschlechtskrankheit gelitten hatten, hatten infolgedessen ein um das 1,5-Fache höheres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Messbar erhöht war das individuelle Risiko z.B. nach einer durchgemachten Infektion mit Gonokokken (SRR 1,20; 95 % KI 1,05 – 1,37). Das Risiko war dabei anscheinend unabhängig davon, ob die Infektion einmalig im Leben aufgetreten war und lange zurücklag oder nicht. Kein anderer der betrachteten Erreger von Geschlechtskrankheiten (Treponema pallidum, Chlamydia trachomatis, Trichomonas vaginalis, Ureaplasma urealyticum, Mycoplasma hominis, Herpes simplex, Cytomegalievirus) zeigte einen signifikanten Einfluss auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms bei den betroffenen Männern.
Die Forscher um Caini schließen, dass eine Prävention von Geschlechtskrankheiten weltweit auch die Häufigkeit des Prostatakarzinoms senken könnte. Derzeit kommen sowohl die Geschlechts­krankheiten als auch der Prostatakrebs sehr häufig vor. Darüber hinaus sind die sexuell übertragbaren Erkrankungen in Deutschland derzeit wieder auf dem Vormarsch – allen voran der Tripper, aber auch die Syphilis.
Quelle: Caini S. et al. 2014. Cancer Epidemiol ; 38:329-38
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