Dienstag, 28. April 2015

Der Schlaf der Frauen

Hintergrund: Medizin

Für Sie aufgespürt und zusammengefasst von Dr. Marcus Mau.

Nicht allein das Verliebtsein macht Frauen heute „schlaflos in Seattle“ und anderswo. In einer aktuellen Studie gab ein Drittel der Erwachsenen Ein- und Durchschlafstörungen an. Ein Fünftel klagte darüber hinaus über eine schlechte Schlafqualität, wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen waren wie Männer. Doch weshalb schlafen Frauen schlechter? Und gibt es Mittel und Wege, diese Frauen wieder besser schlafen zu lassen?
Salvador Dali brachte einmal seine Sicht vom Schlaf bildlich zum Ausdruck: „Um den Schlaf zu ermöglichen, ist ein System aus Krücken nötig, die sich in psychischem Gleichgewicht befinden. Wenn eine einzige Krücke ausfällt, erfolgt das Erwachen.“ Die Krücken, die der Künstler hier so treffend beschreibt, stehen für innere Ausgeglichenheit, Ruhe und Entspannung – die Grundvoraussetzungen für einen erholsamen Schlaf. Unser Alltag sägt mit einer Vielzahl von Einflüssen an diesen Stützen und stört schließlich das Schlafempfinden.

Anders als Männer gehen Frauen grundsätzlich eher ins Bett, brauchen aber dennoch länger zum Einschlafen und schlafen in der Regel naturgemäß ein paar Stunden mehr. Doch ein größer werdender Anteil der Frauen leidet immer stärker unter der Doppelbelastung von Beruf und Haushalt ergo Kindererziehung. Stress und Unruhe im Alltag, das Unvermögen, wirklich abschalten zu können, führen schließlich zu behandlungsbedürftigen Schlafproblemen.
Die Hitparade der Schlafstörer

Zu den von Frauen am häufigsten genannten Symptomen des gestörten Nachtschlafes gehörten Schmerzen, Luftnot, innere Unruhe, Ängste sowie Depressionen, aber auch Herzrasen, Kopfschmerzen und Gelenkprobleme. Der weibliche Schlaf ist zeitlebens ein Wechselspiel der Hormone und wird gerade während Schwangerschaft, Menstruation und Wechseljahren immer störanfälliger. Im Alter zwischen 45 und 54 Jahren leidet etwa ein Drittel aller Frauen infolge der Wechseljahre unter massiver Tagesmüdigkeit.

Langfristige Folgen bei Schlafproblemen
Zu wenig Schlaf macht früher alt. Doch passiert noch weitaus mehr im Körper: Der Glukosestoffwechsel ändert sich und Stresshormone, wie Cortisol, werden verstärkt ausgeschüttet, sodass Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen folgen. Die Frauen sind zunehmend gereizt und unausgeglichen, das Risiko für depressive Gemütsphasen steigt. Gleichzeitig nimmt oft der Schlafmittelkonsum zu, was zu Abhängigkeit und einem langfristig gestörten Schlafprofil führt. Denn anders als vielfach vermutet, fördert das Schlafmittel zwar das Einschlafen, verkürzt bzw. verhindert aber die Tiefschlaf- und die Traumphasen, die der Körper für wichtige Reparaturprozesse und die Regeneration braucht. In der Folge wird der Mensch schließlich auch tagsüber müde und antriebslos, das Gedächtnis leidet und die Wahrscheinlichkeit für Fehler und Unfälle steigt exponenziell an. Ärztinnen und Ärzte sind davor natürlich ebenso wenig geschützt. Das Risiko für Fehldiagnosen steigt beispielsweise bei jungen, übermüdeten Ärzten um das 4,5-Fache.
Erste Hilfe bei Schlafstörungen

Die wichtigsten Säulen für einen erholsamen Schlaf sind innere Ruhe und Entspannung. Es empfiehlt sich, eine persönliche Schlafroutine aufzubauen und Entspannungsmethoden, wie beispielsweise Autogenes Training, Yoga oder Meditation, einfließen zu lassen und sich so auf die Nacht und das eigene Schlaferlebnis vorzubereiten. Da sich ein Leben in Stress nicht auf Knopfdruck in Entspannung umwandeln lässt, werden gerade anfangs viele Frauen weiterhin nicht auf Schlafmittel zur Unterstützung der Ruhe verzichten wollen. Einen Podcast mit Entspannungsübungen zum Anhören und Download finden Sie hier.

Bei stressbedingten Schlafstörungen kann alternativ mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden. Schlafforscher empfehlen beispielsweise ein natürliches Wirkpräparat aus Passionsblume, Hafer, Kaffee und dem Zinksalz der Baldriansäure. Dadurch lassen sich leichtere Unruhezustände und Ängste beruhigen, was schließlich einen positiven Effekt auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen hat. Über den Tag genommen, wirkt das natürliche Arzneimittel zudem entspannend und kann die individuelle Reizschwelle für Belastungsstress im Alltag erhöhen.
Quellen:
Mau M. Gesunder Schlaf. Wissen-kompakt Verlag, Frankfurt 2014.
Presseveranstaltung „Tag der Inneren Balance“, München 2014

Freitag, 17. April 2015

Der Kampf gegen Impflücken beginnt

Aktuelles: Medizin

"Gastbeitrag" des Bundesministeriums für Gesundheit (Pressemitteilung vom 17.04.2015).
 
Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Dennoch gibt es immer noch Impflücken in allen Altersstufen. „Wer sich impfen lässt, zeigt damit nicht nur Verantwortungsgefühl für sich selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn wer leichtfertig eine Impfung ablehnt, gefährdet auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können", sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche.
 
Die Impfwoche beginnt am 20.4.2015 und steht unter dem Motto „Impflücken schließen“. Dass impfpräventable Krankheiten wie die Masern nicht harmlos sind, das zeigt der seit Monaten anhaltende Masernausbruch in Berlin, bei dem etwa ein Viertel der Betroffenen ins Krankenhaus musste und ein Todesfall zu beklagen war. Aber nicht nur Berlin ist betroffen – auch in anderen Bundesländern wurden Masernausbrüche gemeldet. "Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen, um die Impflücken zu schließen“, so Gröhe. "Mit dem Präventionsgesetz wird die Beratung und Aufklärung zum Impfschutz verbessert. Wir müssen alle Gesundheits-Routineuntersuchungen nutzen, um den Impfschutz zu überprüfen. Und bei der Aufnahme in die Kita muss künftig ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden." Aus zahlreichen Untersuchungen ist bekannt, dass die Patienten beim Impfen dem Rat ihres Arztes oder ihrer Ärztin folgen. Daher soll der Arzt-Patienten-Kontakt verstärkt genutzt werden.
 
Die Impfquoten sind deutlich zu niedrig
Die Schulanfänger-Impfquoten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen bzw. konstant hoch geblieben. Wie das soeben erschienene Epidemiologische Bulletin 16/2015 zeigt, hat sich die Impfquote für die zweite Masernimpfung von 2012 auf 2013 nur geringfügig erhöht, von 92,4 % auf 92,6 %. Für die Elimination ist eine Impfquote von 95 % für beide Masernimpfungen erforderlich. Diese Quote erreichen bisher Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, knapp darunter (maximal 1 Prozentpunkt) liegen Thüringen, Nordrhein-Westfalen und erstmals Rheinland-Pfalz. „Allerdings werden viele Kinder zu spät gegen die Masern geimpft“, darauf weist Lothar H. Wieler hin, Präsident des Robert Koch-Instituts. Nicht oder nicht ausreichend geimpfte Kinder haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Ein maßgeblicher Grund für die starke Verbreitung der Masern in Berlin und zunehmend auch in Sachsen und Thüringen sind die großen Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach Ergebnissen der DEGS-Studie des RKI hatten unter den 18 bis 44-Jährigen nur 56,9 % mindestens eine Masernimpfdosis erhalten. „Das Erreichen des Eliminationsziels ist nur realistisch, wenn diese Impflücken so schnell wie möglich geschlossen werden. Hierfür erscheint ein aufsuchendes Impfangebot in Kombination mit einer entsprechenden Informationskampagne das einzig erfolgversprechende Konzept“, betont Wieler.

Impfkampagne nimmt Fahrt auf - Informieren Sie sich!
Mit der Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Überprüfung des Impfstatus und speziell auch auf die Masern-Impfung aufmerksam. „Die Kampagne soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, dazu motivieren, ihren Masern-Impfschutz bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt überprüfen zu lassen und fehlende Impfungen schnell nachzuholen“, erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. Neben ausführlichen, wissenschaftsbasierten Informationen zu einer Reihe von Impfungen und den Inhalten der Aktion "Deutschland sucht den Impfpass", bietet die Internetseite www.impfen-info.de der BZgA auch eine Entscheidungshilfe zur "Masern-Mumps-Röteln-Impfung", einen aktuellen Impfkalender sowie einen interaktiven Masern-Impfcheck.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
feedeater.de