Montag, 10. Juni 2013

Vollmilch macht Prostatakrebs aggressiver

News: Medizin

für Sie aufgespürt und zusammengefasst von Dr. M. Mau

Seit vielen Jahren erregt Milch die Gemüter. Die einen sagen, sie ist unser gesündestes Lebensmittel und versorgt den Menschen mit allen wichtigen Nährstoffen sowie Calcium. Andere, wie z. B. Dr. Bodo Melnik, sehen das Image der Milch etwas weniger positiv. Milch sei sogar gefährlich, wie er sagt. Und nun haben zwei US Forschergruppen unabhängig voneinander bestätigt: Vollmilch verschlimmert einen bestehenden Prostatakrebs, fördert die Metastasierung und erhöht das Risiko, an diesem Krebs zu sterben.

Vollmilch fördert Prostatakrebs.
(www.JenaFoto24.de / pixelio.de)
Bisher gab es immer wieder Berichte, die einen Zusammenhang zwischen Milch und Prostatakrebs herstellten. Doch welche Milchprodukte konkret einen negativen Einfluss auf den Krebs haben, wurde nicht näher analysiert. Zwei Forscherteams aus den USA haben dies nun 2012 und 2013 nachgeholt. Das interessante Ergebnis: Beide Forscherteams kommen zum gleichen Schluss. Vollmilch fördert Prostatakrebs.

Die Vollmilch macht’s
Pettersson und Kollegen von der Harvard Medical School in Boston untersuchten in ihrer Studie aus dem Jahr 2012 den Zusammenhang zwischen dem Milchkonsum nach der Krebsdiagnose und dem tödlichen Ausgang der Erkrankung. Dazu folgten sie 3918 Männern, die zwischen 1996 und 2008 wegen Prostatakrebs behandelt wurden. Die tägliche Menge und Art der aufgenommenen Milchprodukte ließ sich per Fragebogen sehr gut erfassen und abschließend statistisch auswerten.

Während des Studienzeitraumes kam es zu 229 Todesfällen infolge des Prostatakrebses sowie zu 69 Metastasierungen. Wurde bei der Auswertung nicht nach Vollmilch und fettarmer Milch unterschieden, ließen sich keine Auswirkungen des Milchkonsums auf die Krebsentwicklung ableiten. Dies lässt sich sehr einfach erklären. Vollmilch und fettarme Milch hatten entgegengesetzte Auswirkungen, die sich bei der Zusammenschau aufhoben. So zeigte sich, dass diejenigen Patienten, die überwiegend fettarme Milch zu sich nahmen, ein signifikant kleineres Risiko hatten, ihrem Prostatakrebs zu erliegen. Auf der anderen Seite starben Patienten häufiger, wenn sie weiterhin Vollmilch tranken.
Bei fettarmer Milch scheiden sich die Geister

Eine weitere Studie durch Song und Kollegen aus dem Februar 2013 untersuchte ebenfalls die Auswirkungen des Milchkonsums auf die Entwicklung von Prostatakrebs. Mehr als 21.000 Einzeldaten flossen in die Auswertungen ein.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Milchkonsum Prostatakrebs sehr wohl förderte. Abweichend von Pettersson schien ebenso fettarme Milch das Risiko für die Entstehung einer nicht-aggressiven Form des Prostatakrebses zu erhöhen. Einzig Vollmilch verschlechterte die Prognose bei Prostatakrebs übereinstimmend mit der zuvor genannten Studie. Zusätzlich starben mehr Patienten an ihrem Krebs, wenn Sie nach Diagnosestellung nicht auf Vollmilch verzichteten.
Quelle:

Pettersson et al. 2012. Milk and dairy consumption among men with prostate cancer and risk of metastases and prostate cancer death. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 21(3), 428-436.
Song et al. 2013. Whole milk intake is associated with prostate cancer-specific mortality among US male physicians. J Nutr 143(2), 189-96.
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